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Schnappatmung – oder: Wie ich beinahe im Boden versunken wäre! - Erwartungshaltung und Entspannung

Aktualisiert: 14. Mai

Nun ja, trotz meines eher holprigen Heimexperiments mit dem Esstisch ging das Leben weiter. Und die Arbeit auch.

Im Verkauf der Klangschalen hatte ich mich inzwischen gut etabliert. Beratungsgespräche? Kein Problem. Kundinnen und Kunden begleiten?

Täglich. Souverän, sicher, überzeugend.

Und dann – als hätte das Karma beschlossen, mich auf die nächste Stufe zu heben – kam diese Anfrage.

Ob ich nicht einen kleinen Informationsabend gestalten wolle.

In einer Buchhandlung.

Ich fühlte mich geschmeichelt. Natürlich sagte ich zu. Gleichzeitig war ich innerlich ziemlich entspannt. Klangschalen waren damals noch kein Massenphänomen, und ein Info-Abend in einer kleinen Buchhandlung klang für mich nach… nun ja… einer Handvoll Interessierter. Vielleicht acht. Zehn, wenn es gut läuft.

Große Vorbereitung? Ach was.Ich spreche doch jeden Tag darüber.

Also erscheine ich – man ahnt es – nahezu unvorbereitet. Und natürlich auch auf den letzten Drücker. Eine kurze Begrüßung, ein paar freundliche Worte – und plötzlich werde ich schon auf meinen Platz zwischen den aufgebauten Klangschalen dirigiert.

Ich setze mich.

Und dann blicke ich auf.

30 Augenpaare.

Dreißig.

Still. Erwartungsvoll. Neugierig.

In meinem Kopf herrscht plötzlich absolute Leere. Mein Herz hämmert mit gefühlten 200 Beats pro Minute. Schnappatmung. Schweißausbruch. Fluchtimpuls.

„Bitte, lieber Boden, tu dich auf und verschluck mich.“

Für einige Sekunden bin ich wie eingefroren. Außer einem dünnen Lächeln bekomme ich nichts zustande.

„Okay“, denke ich mir. „Jetzt musst du da durch.“

Ich atme. Einmal. Zweimal. Dreimal.

Irgendwie bleibt das Lächeln an Ort und Stelle.Und dann beginne ich zu sprechen.

Erst zaghaft. Dann etwas sicherer.

Ich erzähle von meinem ersten Kontakt mit Klangschalen, von meinen Erfahrungen, von gegossenen und geschmiedeten Schalen, von warmen Tönen und spürbaren Schwingungen. Ich sehe, wie sich die Gesichter vor mir verändern. Aus Erwartung wird Interesse. Aus Stille wird Neugier.

Plötzlich kommen Fragen. Ich antworte. Jemand lacht. Ich lache mit.

Und ehe ich mich versehe, entsteht ein echtes Gespräch. Kein Vortrag. Kein Monolog. Ein lebendiger Austausch.

Wenig später hält jede und jeder im Raum eine Klangschale in der Hand. Überall entstehen diese typischen, fast entrückten Gesichtsausdrücke – eine Mischung aus Staunen, Konzentration und leiser Begeisterung.

Der Raum füllt sich mit Klang.

Und mit etwas, das ich in diesem Moment noch nicht richtig benennen kann.

Dann – viel zu schnell – ist die Stunde vorbei.

Was danach folgt, trifft mich unvorbereitet: positives Feedback. Begeisterte Rückmeldungen. Dankbare Worte. Mehrere Nachfragen, ob ich so etwas wieder anbieten würde.

Ich gehe an diesem Abend nach Hause – nicht mit Schnappatmung, sondern mit einem völlig neuen Gefühl.

Diese eine Stunde, die mit beinahe panischem Herzrasen begann, wurde zum Wendepunkt.

Dort, zwischen Buchregalen und Klangschalen, habe ich verstanden:

Mein Wissen ist nicht nur zum Verkaufen da.

Es will geteilt werden.

Und genau an diesem Abend fällt die Entscheidung:

Ich werde Workshops und Seminare anbieten.

Manchmal beginnt ein neuer Weg nicht mit einem großen Plan –sondern mit Schnappatmung.




Fach-Vortrag Klangschalen
Fach-Vortrag Klangschalen


Wussten Sie schon, dass…


Unsere Erwartungen beeinflussen, wie wir Entspannung erleben.


Wer neugierig und offen an eine Entspannungsmethode herangeht, nimmt ihre Wirkung oft intensiver wahr als jemand, der innerlich angespannt oder ablehnend ist.


Gerade bei einer Klangschale passiert nichts „Magisches“ – doch unser Gehirn bewertet jeden Reiz mit:

• Fühlt sich das angenehm oder störend an?

• Lasse ich mich darauf ein oder gehe ich innerlich in Widerstand?

• Erwarte ich Ruhe – oder halte ich es für Unsinn?


Zum Beispiel:

  • Wenn jemand denkt


    „Okay, ich probiere das einfach mal aus“,


    richtet sich die Aufmerksamkeit oft stärker auf ruhige Details: Nachhall, Atmung, Körpergefühl. Das erleichtert Entspannung.


  • Wenn jemand denkt


    „Das ist doch albern“ oder „hoffentlich ist das bald vorbei“,


    bleibt das Gehirn eher im Bewertungs- und Kontrollmodus. Dann wirken dieselben Klänge schneller nervig oder bedeutungslos.


Das ist verwandt mit dem sogenannten Placebo-Effekt — wobei „Placebo“ oft missverstanden wird. Es bedeutet nicht „eingebildet“, sondern dass Erwartungen messbar beeinflussen können:

  • Stressniveau

  • Muskelspannung

  • Aufmerksamkeit

  • Wahrnehmung von Ruhe oder Schmerz


Das sieht man nicht nur bei Klangschalen, sondern auch bei:

  • Meditation

  • Massagen

  • Aromatherapie

  • Tee-Ritualen

  • Wellness allgemein

  • sogar beim Sport oder Essen


Wichtig ist dabei: Offenheit heißt nicht blind glauben. Eher:

„Ich teste ehrlich, wie es auf mich wirkt.“

Das führt meist zu einer zuverlässigeren Erfahrung als entweder komplette Euphorie oder totale Ablehnung von Anfang an.


Diese innere Haltung beeinflusst tatsächlich, wie wir Klang, Ruhe und Wohlbefinden wahrnehmen. Deshalb lohnt es sich manchmal, neue Erfahrungen einfach offen und ohne große Erwartungen auszuprobieren.









 
 
 

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Katja Schweiger - Klang und Schwingung

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