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Erste Follower – oder: Wie aus Klangschalen Suppenschüsseln wurden

Zusammenspiel von Klangschalen und Neurodermitis


Damit ich jederzeit wieder mit meinen Klangschalen experimentieren konnte, ließ ich sie kurzerhand mitten im Wohnzimmer stehen. Ein strategischer Fehler – wie sich herausstellte. Denn was offen herumsteht, gehört im Kosmos meiner beiden Töchter automatisch zur freien Verfügung.

Es dauerte nicht lange, bis ich ein ungeplantes „Klangkonzert“ aus dem Wohnzimmer hörte. Ohne Zögern hatten sich die beiden vor die Schalen gesetzt – zum Kochen. Mit Hingabe wurde gerührt, geklopft und serviert. Das Ergebnis: ein raumfüllendes, äußerst engagiertes Klangexperiment, das mit Entspannung ungefähr so viel zu tun hatte wie ein Topfschlagen-Wettbewerb im Hallraum. Ich musste einschreiten.

Doch zwischen all dem Scheppern und Kichern wuchs in mir ein Gedanke: Wenn die Faszination dieser Schalen selbst vor meiner Küche nicht Halt macht, warum sie nicht bewusst weitergeben?


Gesagt, getan. Der nächste Tag stand unter dem feierlichen Motto: „Klangschalen-Unterricht“.

Zunächst klärte ich über die Kostbarkeit der Schalen auf – und erntete skeptische Blicke.„Die sehen doch aus wie alte Schüsseln“, stellte Tochter Nummer eins trocken fest.„Und bestimmt kann man damit kochen!“, ergänzte Nummer zwei überzeugt.

Ich war vorbereitet. „Gar nicht so falsch“, konterte ich. „Früher wurden solche Schalen in Asien tatsächlich auch als Kochgeschirr verwendet. Heute aber spielt man sie. Und ihre Klänge können deinen Körper sanft streicheln.“

Jetzt hatte ich ihre volle Aufmerksamkeit.


Übung Nummer eins: Lausche dem Klang.

Jede durfte sich eine Schale aussuchen. Ein sanfter Anschlag am oberen Rand – und dann: hören. So lange, bis der letzte Hauch von Klang verklungen war. Zehn Minuten lang übertrafen sich zwei hochkonzentrierte Mädchen im „Länger-Hören“. Ich konnte mir ein triumphales Lächeln nicht verkneifen.

Doch Theorie allein reicht nicht – also folgte


Übung Nummer zwei: Spüren.

Die Schalen wurden in die Hände genommen, angeschlagen und ihre Vibrationen bewusst wahrgenommen.

„Ahhh!“„Ohhhh!“„In meiner Hand sind ganz viele Ameisen!“, rief Tochter Nummer eins begeistert. „Das kribbelt bis in den Arm!“

Was dann geschah, hatte ich in meiner Unterrichtsplanung nicht vorgesehen. Die Klangschalen wurden zu Forschungsobjekten am eigenen Körper. Rücken, Bauch, Füße – alles wurde getestet. Hände hineingehalten, Klänge verfolgt, Schwingungen erspürt. Und schließlich – man höre und staune – wurde der Klang „getrunken“.


Mitten in diesem kreativen Chaos fiel mir etwas auf, das mich tief berührte.Meine jüngste Tochter lebt seit ihrer Geburt mit Neurodermitis. Gerade in ruhigen Momenten kratzt sie sich oft stark. Doch während des Spielens mit den Klangschalen war sie ungewöhnlich ruhig. Kaum Kratzen. Kaum Unruhe.

Zufall?


Ich beschloss, es herauszufinden.

Seitdem gehört ein kleines Klangritual zum Abend dazu – genau dann, wenn der Juckreiz meist am stärksten ist. Eine Schale, ein sanfter Anschlag, gemeinsames Lauschen.

Das Ergebnis zeigte sich schneller als erwartet: Die beruhigenden Klänge helfen meiner Tochter spürbar zur Ruhe zu kommen. Sie entspannt sich schneller. Sie schläft leichter ein.

Was als Wohnzimmer-Experiment begann, wurde zu einem wertvollen Familienritual.

Und meine ersten Follower? Die haben längst ihre ganz eigenen Klangmethoden entwickelt ;)





"Wussten Sie schon, dass..."


Kinder mit Neurodermitis leiden häufig nicht nur unter dem Juckreiz der Haut, sondern auch unter innerer Unruhe. Besonders abends, wenn der Körper zur Ruhe kommen sollte, wird das Kratzen oft stärker. Stress und Anspannung gelten dabei als bekannte Verstärker der Symptome.

Hier können Klangschalen eine überraschend sanfte Unterstützung bieten.

Die feinen, lang anhaltenden Töne wirken beruhigend auf das Nervensystem. Durch das bewusste Lauschen verlangsamt sich die Atmung, der Körper entspannt sich, und Stresshormone können reduziert werden. Noch intensiver wird die Erfahrung, wenn Kinder die Schwingungen direkt spüren – etwa indem eine Klangschale sanft auf oder neben dem Körper angeschlagen wird. Die Vibrationen werden häufig als „Kribbeln“ oder „Wellen“ beschrieben und lenken die Aufmerksamkeit vom Juckreiz weg.

Gerade bei Kindern zeigt sich, wie intuitiv sie auf Klänge reagieren: Sie kommen schneller zur Ruhe, wirken ausgeglichener und können leichter einschlafen. Weniger innere Anspannung bedeutet oft auch weniger Kratzimpulse.


Klangschalen ersetzen keine medizinische Behandlung – können jedoch als begleitendes Ritual wertvolle Momente der Entspannung schaffen. Und manchmal beginnt genau dort Heilung: in einem kleinen, achtsamen Klangmoment vor dem Einschlafen.

 
 
 

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Katja Schweiger - Klang und Schwingung

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