Bin ich ESO oder was?
- Katja Schweiger
- 12. Jan.
- 2 Min. Lesezeit
Mit ein paar unterschiedlich anmutenden Klangschalen, diversem Zubehör, umfangreicher Lektüre und der persönlichen Chef-Einweisung ausgerüstet, starte ich meine ersten Gehversuche in dem für mich völlig neuen Terrain.
Hoch motiviert schaffe ich mir eine „Aus-Zeit“ für meine Probesession: Kinder zum spielen bei Freuden, Mann noch auf der Arbeit, Stecker aus der Telefonbuchse! So die nächsten 60 Minuten habe ich keine Störungen. (Wir sind hier noch in der Zeit vor Handy & Co.)
Stille, Entspannung und eine angenehme Umgebung sollen ja die Basis für die Arbeit mit Klangschalen sein. Ich setze mich auf den Wohnzimmerteppich und baue die verschieden großen und stilistisch unterschiedlichen Schalen vor mir auf. Jede
Klangschale ist auf eine Art Kissen gestellt, damit diese nicht so schräg scheppert auf meinen Fliesen. Es sieht ein bisschen aus wie Kochen bei den Flintstones. Ich habe auch noch die Wahl zwischen verschiedenen Schlägern. Und jetzt?
Munterdarauf los! Eine Schale nach der anderen schlage ich sanft an und warte ab bis diese völlig ausklingt. Mich faszinieren sofort die unterschiedlichen Klänge. In der nächsten Runde nehme ich jede Schale in die Hand. Brav stecke ich die Finger
aus und lasse es tunlichst die Schale zu umklammern. Sonst wird der Klang der Schale ausgebremst, habe ich bereits gelernt. Elektrisiert nehme ich zur Kenntnis, dass jede Klangschale vibriert. Sanfte Schwingungen streicheln meine Hand und wenn ich mich darauf einlasse spüre ich das Schwingen den ganzen Arm hinauf. Jede einzelne Klangschale teste ich auf diese Weise und spüre wie ich innerlich immer gelassener werde. Zeitweise schließe ich die Augen um noch intensiver die unterschiedlichen Klänge und Vibrationen wahrnehmen zu können.
Ich bemerke nicht, dass mein Mann nach Hause kommt. Er öffnet vorsichtig die Tür und ich blicke in ein irritiertes Gesicht.
„Hallo Schatz“, begrüße ich ihn freudig. „Schau mal! Ich spiele Klangschalen und bin totaaaal entspannt“. Es folgte eine bleierne Stille. „Ich wäre entspannter, wenn es etwas zum Abendessen gäbe und wo sind eigentlich die Kinder?“
Erst jetzt nehme ich erschrocken wahr, dass es bereits zu dämmern begonnen hat. Au Backe, die hab´ ich wohl völlig vergessen abzuholen und weil ich das Telefon ausgesteckt hatte, konnte mich auch niemand erreichen. Aus meinen
geplanten 60 Minuten sind 3 Stunden geworden. Ich war raum- und zeitlos, hatte jedoch an diesem Abend keine Chance dieses Gefühl meiner kleinen Familie zu vermitteln.
Der Raum- und Zeitlos-Effekt hat mich noch einige Tage beschäftigt. Was war der Auslöser, dass ich in so kurzer Zeit völlig in mir selbst versunken bin? Und was hat mich in diesen wunderbaren entspannten Zustand versetzt, der sich nachhaltig
auf mein Wohlbefinden ausgewirkt hat? Meine Neugier war geweckt!

"Wussten Sie schon, dass..."
Wir erfahren Klänge und Musik aber nicht ausschließlich über unsere Ohren, sondern auch als spürbare Resonanzen im gesamten Körper. Diese Schwingungen wirken auf das Nervensystem, den Muskeltonus und vegetative Funktionen und können bis auf zellulärer Ebene regulierende Prozesse anstoßen.
Klänge habe somit großen Einfluss auf unser körperliches und emotionales Wohlbefinden und können uns in die unterschiedlichsten Zustände versetzen – von Freude, Ekstase und innerer Ruhe bis hin zu Unruhe, Trauer oder Wut.




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